Von der Gründung der Schule bis zur Gegenwart tätige Schnitzlehrer
1920 - 1943
Schnitzlehrer |
Unterrichtsjahre |
Kurt Dietzmann | 1920 bis 1924 |
Albin Wutzler | 1920 bis 1922 |
Gustav Rössel | 1920 bis 1943 |
Karl Kramer | 1922 bis 1924 |
Erich Rössel | 1942 bis 1943 |
1943 - Gegenwart
Schnitzlehrer |
Unterrichtsjahre |
Martin Morgenroth | 1943 bis 1954 |
Moritz Seifert | 1954 |
Paul Nestler | 1954 bis 1969 |
Walter Pflugbeil | 1970 bis Gegenwart |
Friedhelm Pflugbeil | 1997 bis Gegenwart |
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Gustav Rössel
Schnitzunterricht bei Paul Nestler
Paul Nestler
Chronologie der Schnitzschule Neustädel von 1918 bis 2020
1918/19
Auf Initiative der Gattin des Neustädtler Bürgermeisters Richter findet Schnitzunterricht für Kinder von 8 bis 13 Jahren in ihrer Privatwohnung statt. Im April 1919 zählte eine Ausstellung der bis dahin gefertigten Arbeiten über 300 Besucher.
1919/20
Die Durchführung des privat organisierten Unterrichts ist nicht mehr möglich. Frau Richter unterbreitet mit Schreiben vom 1. Juli 1919 dem Neustädtler Stadtrat den Vorschlag, interessierten Kindern Schnitz-unterricht schulmäßig zu erteilen. Am 26. Juli 1920 genehmigt das Sächsische Wirtschaftsministerium die Errichtung der Schnitzschule. Der Name lautet „Städtische Schnitzschule zu Neustädtel“.Kurt Dietzmann, Schulleiter der Berufs-schule, wird der erste Leiter der Schnitz-schule bis 1924. Die Mitglieder des Glück Auf-Vereins Albin Wutzler, Karl Kramer, Kurt Dietzmann und der Vorsitzende Gustav Rössel werden als Schnitzlehrer nebenberuflich tätig.
1921/22
Für den Schnitzunterricht werden Räum-lichkeiten im Schulgebäude eingerichtet.
1922
Kurt Dietzmann erarbeitet einen Lehrplan für Schnitzschulzeichnen nachdem er festge-stellt hatte, „… daß zu einer guten Ausbildung der Schüler nicht nur der praktische Schnitz-unterricht gehört, sondern daß dazu als Vor-stufe Zeichenunterricht erteilt werden muß. Die Erfahrung im Unterricht zeigt, dass die Anfänger vor allem nach Richtlinien auf dem Werkstück verlangen, sie wollen vor-gezeichnet haben. Das müssen die Schüler aber selbst bringen, sonst vergessen sie es nach Verlassen der Schule. Sie müssen also die Konstruktion in Aufriss, Grundriss und Seitenkonstruktion verstehen.“
1924
Gustav Rössel wird ab 1. Juli Leiter der Schnitzschule Neustädtel. Er behält neben-beruflich diese Funktion bis zu seinem Tod am 25. Juni 1943.
nach 1930
Rössel erteilt auch in der Schnitzschule in Schneeberg Unterricht. Nach der Rekonst-ruktion der alten Wache am Fürstenplatz hat die Schnitzschule Schneeberg ab 1937 dort ihr Domizil.
1942/43
Seit November 1942 unterstützt Erich Rössel seinen Vater in der Schnitzschule. Am 26. Juli 1943 wird Erich Rössel zum Soldatendienst eingezogen. Die Schnitzschule bleibt geschlossen. Am 1. Dezember 1943 übernimmt Martin Morgenroth den Schnitzunterricht.
1945 – 1949
Nach der verordneten Auflösung aller ehemaligen Vereine in der sowjetischen Besatzungszone gründet sich am 4. Juli 1945 der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“.
Am 13. April 1946 finden sich die Mitglieder des ehemaligen Glück Auf-Vereins zusammen und bestätigen Martin Morgenroth zum
1.Vorsitzenden der „Schnitzergemeinschaft“. Nach der Gründung der Schneeberger Ortsgruppe des Kulturbundes im Jahr 1947 erfolgt später dort auch die Eingliederung der Schneeberger Schnitzergemeinschaften. Die Arbeit der Schnitzschule wird ebenfalls im Kulturbund, als Fachgruppe „Kinder-schnitzzirkel Neustädtel“, unter Leitung von Martin Morgenroth weitergeführt.
1954
Nach Moritz Seifert wird Paul Nestler 1. Vorsitzender der „Glückaufer“ und übernimmt auch die Leitung des Kinderschnitzzirkels.
1960
Aus dem Buswartehäuschen in Neustädtel entsteht in freiwilliger Aufbauarbeit das Schnitzerheim. Das Gemeinschaftsschnitzen und der Kinderzirkel finden nun dort statt.
1970
Am 15. September 1970 übernimmt der Schnitzmeister Walter Pflugbeil die Leitung des Kinderschnitzzirkels.
1990
Am 3. Mai erfolgt die Wiedergründung des Schnitzvereins „Glück Auf“ Neustädtel-Berg-stadt Schneeberg e. V. Der Kinderschnitzzirkel verbleibt in der Verantwortung der Stadt. Zusammen mit den Klöppelgruppen und der Schnitzgruppe in Schneeberg entsteht die Klöppel- und Schnitzschule der Bergstadt Schneeberg. Gemäß der alten Tradition wird der Unterricht dezentral im Schnitzerheim, in Schulen und nach 1995 im Kulturzentrum „Goldne Sonne“ durchgeführt. Walter Pflugbeil bleibt weiterhin der Leiter und alleinige Lehrer der Schnitzschule in Neustädtel.
1994
Der Erzgebirgsverein e.V. initiiert zur Nachwuchsförderung in der erzgebirgischen Volkskunst die „Erzgebirgischen Jugend-kulturtage“ (EJ). Von Anfang an beteiligen sich Kinder und Jugendliche der Klöppel- und Schnitzschule überaus erfolgreich
an dem Wettbewerb.
1998
Im Monat Mai wird Friedhelm Pflugbeil als zweiter Schnitzlehrer in Neustädtel offiziell tätig. Bereits seit 1996 unterstützt er die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts.
2010
Im Rahmen des Ganztagsangebotes wird an der Mittelschule Bergstadt Schneeberg in Neustädtel Schnitzunterricht eingeführt. Walter Pflugbeil übernimmt den Unterricht. Dieser findet im Schnitzerheim statt.
2019
Anlässlich des 99-jährigen Bestehens der Schnitzschule veranstaltet der Schnitzverein in Neustädtel einen vielbesuchten Tag der offenen Tür mit einer Sonderausstellung. Auch Vereinsmitglieder zeigen Arbeiten aus ihrer Zeit in der Schnitzschule.
2020
Walter Pflugbeil ist seit 50 Jahren ununterbrochen als Schnitzlehrer tätig. Die kontinuierliche Nachwuchsarbeit und die aktive Schnitzergemeinschaft ließen das Schnitzerheim „Gustav Rössel“ über Jahrzehnte zu einer bekannten Institution werden. Die Resonanz am Schnitzunterricht ist ungebrochen. Familiengenerationen waren und sind noch heute dort aktiv.